Sonntag, 9. Dezember 2012

Syrien, die Chemiewaffen und aeltere Luegen

Hört der Mist denn nie auf?! Gestern berichtete die Zeit in ihrer Onlineausgabe über die bevorstehende Gefahr, dass Syrien Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk und gegen Nachbarländer anwenden könne und Obama hebt warnend den rhetorischen Zeigefinger, ganz genau wie (fast) alle seine Vorgänger zuvor.

"Der Einsatz von chemischen Waffen ist und wäre völlig inakzeptabel", sagte der wiedergewählte Kriegsverbrecher Obama, gegen dem, nur so am Rande, seit März ein Amtsenthebungsverfahren angestrebt wird, so hätte es jedenfalls gern der republikanische Abgeordnete Walter Jones aus North Carolina. Jones rief mit der „HCR Resolution 107“ das Repräsentantenhaus und den Senat auf Obama des Amtes zu entheben.

Stunden vor Obamas Warnung meinte bereits US-Außenministerin Hillary Clinton, dass es bereits Pläne gebe, solle die syrische Regierung C-Waffen einsetzen. EU und UN schrauben ihre diplomatische Präsenz in Syrien sicherheitshalber schon mal runter. Natürlich weiß ich nicht ob Syrien, oder besser Bashar al-Assad, C-Waffen besitzt, und noch weniger weiß ich, ob diese, wenn vorhanden, zum Einsatz kommen sollen. Was ich aber weiß ist, dass wir, jedes mal wenn die USA oder die NATO gerne Krieg spielen möchten, belogen werden.

Erster Weltkrieg

1915 torpedierten deutsche U-Boote die RMS-Lusitania, was tragischer Weise rund 1200 Opfer forderte. Es hätte allerdings gefragt werden müssen was ein Passagierschiff unter britischer Flagge trotz aller Warnungen in Gewässern zu suchen hat, von denen ganz genau gewusst wurde, dass sich in ihnen deutsche U-20 herum treiben.
Bereits im Februar 1913 hatte der erste Lord der Admiralität(Marineminister)Winston Churchill in einem Schreiben der Cunard Line erklärt, dass sich die von der Admiralität bezahlten Schiffe bald bewähren müssten, denn „der Krieg gegen Deutschland ist sicher – spätestens im September 1914 wird er ausbrechen.“ (Wikipedia)
Es könnte die Vermutung entstehen, dass dieser schlimme Vorfall der damaligen US-Regierung ganz gut in den Kram passte – ähnlich wie ein schwimmendes World Trade Center.

Zweiter Weltkrieg

Die Japaner bombardieren das „Sommer-Spaß-Camp“ des amerikanischen Militärs – Pearl Harbor. Was dem allerdings voraus ging, darüber wurde gern geschwiegen. Das "böse Schlitzauge" hat unseren Stützpunkt platt gemacht, natürlich ohne Grund und mit aller erdenklichen Hinterhältichkeit, so die Meinung in den Köpfen der breiten Masse 1941. Und wieder passte es ganz gut in den Kram der Regierung. Amerika mischte jetzt mit der Unterstützung des Volkes im zweiten Weltkrieg mit.
Die Nazis selbst wiederum hatten zuvor 1933 den Reichstagsbrand den sie Marius van der Lubbe, ein politisch links orientierter, niederländischer Arbeiter, und anderen Kommunisten in die Schuhe geschoben hatten. Noch am nächsten Tag nach dem Reichstagsbrand wurde die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen, so was ähnliches wie ein frühzeitlicher Patriot Act.

Vietnamkrieg

Das amerikanische Volk wollte größtenteils keinen Krieg, genau wie in den Malen zuvor. Warum auch? In der Regel will das Volk (Bis auf einige extreme Spinner) niemals Krieg. Also das gleiche Spiel von vorn: Die amerikanische Regierung behauptet, dass im Golf von Tonkin im August 1964 ein amerikanisches Kriegsschiff von zwei nordvietnamnesischen Schnellboten angegriffen worden sei. Das veranlasste den damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson zur Tonkin-Resulotion, welche dann am Ende zum Vietnamkrieg führte. Und wieder war es ein "glücklicher Zufall" der den Kriegsplänen der Regierung in die Hände spielte.

Erster Irakkrieg

Saddam Hussein wurde als zweiter Hitler verkauft, dabei hat er nichts anderes gemacht als das falsche Land anzugreifen, die USA hätte gern gehabt, dass er in den Iran einmarschiert. Doof nur, dass sich die Perser gewährt haben, also ist er lieber in Kuwait rein um dort an seine Ölquellen zu kommen. Das Land, das angegriffen werden soll ist leider nicht frei wählbar. Folge: Golfkrieg, Klappe die Erste.

Der Kosovokrieg, und diesmal mischen die Deutschen mit

1999 kommt es zum Kosovokrieg (natürlich erst nach dem Ende des Warschauer Paktes), ein Krieg der nie ein Mandat vom UN-Sicherheitsrat hatte und deswegen ein illegaler Krieg war. Die NATO hat ohne Mandat den Kosovo bombardiert und ausgerechnet eine Rot/Grüne Regierung unter Gerhard Schröder war sehr stark dafür. „Der Krieg wäre ein Krieg für den Frieden“, so Joschka Fischer damals, die Allround Erklärung wenn man keinen Grund finden kann, aber ein weiterer Grund fand sich dann doch – das Ratschak Massaker. Es geschah im Januar 1999 und im März 1999 startete die NATO den Krieg. Die Serben sollen etwa 30 albanische Zivilisten abgeschlachtet haben, heute sagen Historiker, dass es gar nicht mehr sooo klar ist, dass es tatsächlich Albaner waren die starben, oder ob es Zivilisten oder nicht doch UCK Kämpfer waren. Es beginnt halt jeder Krieg mit einer Lüge. Auf jeden Fall müsse man nun den Albanern „helfen“ (geholfen wird später auch noch in Libyen). Gute Albaner böse Serben, das war das Bild was durch die Medien gepeitscht wurde. Der Kosovo ist ein Teil von Serbien ähnlich wie Bayern ein Teil von Deutschland ist, dieser Teil wurde raus gebombt. Die NATO war die Luftwaffe der UCK, das hat den Russen übrigens gar nicht gefallen, die meinten das ist illegal – legal, illegal, scheißegal. Der Kosovo wurde heraus gelöst und ist heute ein unabhängiges Land in dem man weitere Truppenstützpunkte aufbauen kann.

Afghanistan und Irak Klappe die Zweite

11 September: Keine Worte mehr. Wer da noch den öffentlich gemachten Aussagen glaubt ist nicht mehr zu retten. Ich kenne die Wahrheit auch nicht, bei den vielen Theorien ist es schwer den Durchblick zu bekommen. Folge: "Ab nach Afghanistan und wenn wir schon in der Nähe sind, nehmen wir den Irak gleich mit", muss sich die damalige Bush-Administration wohl gedacht haben.
"Welchen Grund haben wir um erneut den Irak platt zu machen?"
"Hussein!"
"Hat der was mit dem 11. September zu tun?"
"Nö, wir behaupten einfach er hat Massenvernichtungswaffen!"
Diese Massenvernichtungswaffen wurden bis heute nicht gefunden und das einzige was Bush dazu zu sagen hat ist Hohn und Spot für all diejenigen, die aufgrund dieser gefälschten Tatsache gestorben sind, Angehörige verloren haben, verwundet wurden oder jetzt auf verstrahlten Boden leben. Vladimir Putin hat übrigens mal gesagt: "Wenn ich die USA gewesen wäre, ich hätte welche (Massenvernichtungswaffen) gefunden."

Libyen und der böse Diktator

Sicherlich waren Gaddafi, Hussein und wen es da sonst noch so gab keine Heiligen, aber so lange der Westen gute Geschäftsbeziehung mit ihnen führen kann ist alles in Butter. Wenn jetzt aber der ehemalige Staatschef etwas unternimmt was den Westen nicht passt, wird er zum bösen Diktator der auf sein eigenes Volk losgeht. Oberst Muammar Gaddafi mag eine sehr exzentrische Erscheinung in den Medien abgegeben haben, aber war er wirklich der grausame, irre Diktator wie es uns die Medien Glauben machen wollten? Wahrscheinlicher ist, dass dies auch wieder nur eine infame Lüge der NATO-Propaganda ist. Zweifellos hat auch Gaddafi schwere Fehler begangen. Als Gaddafi zum „heiligen Krieg“ gegen die Schweiz aufrief und zwei Schweizer Geschäftsleute in Geiselhaft nahm, fand sich außer bei der Intelligence aber kaum Kritik darüber. Bei allen Fehlern hatte Gaddafi auch positive Aspekte, die es nicht in die Medien schaffen. In Libyen unter Gaddafi gab es nur geringfügige Steuern. Strom, Gesundheitswesen und Ausbildung waren kostenlos und Mieten extrem niedrig. Das Land solle nicht nur unverschuldet gewesen sein, es verfüge sogar angeblich über ein Guthaben von zumindest 200 Milliarden Dollar. Gaddafi hatte durch das „Great-Man-Made-River-Projekt“ nicht nur das ganze Land mit Trinkwasser versorgt, sondern auch weite Wüstengegenden fruchtbar gemacht. Und wer sich als Landwirt betätigen wollte, bekam Land und Maschinen vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt. Sind wir mal ehrlich: Menschenrechte oder Verbrechen am eigenen Volk haben die NATO noch nie interessiert. Über den waren Grund, warum Gaddafi deinstalliert werden musste, kann man nur spekulieren, aber das Öl seines Volkes nicht mehr in Dollar zu handeln und den s.g. Gold-Dinar einzuführen, waren sicherlich nicht vorteilhaft für Gaddafis Fortbestehen.

Das waren nur die populärsten Kriegshandlungen, die auf Lügen oder inszenierten Ereignissen basieren. Unterm Strich hat die USA seit Ende des zweiten Weltkrieges ungefähr 100 Militäraktionen in 49 Ländern durchgeführt, wobei die genauen Zahlen schwierig nachzuvollziehen sind.

Nicht alle Diktatoren sind gleich

Es erinnert mich irgendwie an die alte, aber dennoch sehr tolle TV-Serie „Hurra Deutschland“ in der, in einer Folge, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und einige andere Politiker der damaligen Zeit in einer Kneipe beisammen sitzen. Die Politiker diskutieren am Stammtisch welche Nation deutsche Waffen erhält und welche nicht. Genscher (Gedächtnisprotokoll) hält in dieser Szene ein Buch in der Hand mit der Aufschrift „Guter Diktator – Böser Diktator“. Am Ende des Geschehens singen alle: "Enemene Sterbegeld, deutsche Waffen für die Welt." So ähnlich muss es wohl wirklich geschehen, der Freitag schrieb gestern:
"Dass sich die Bundesregierung den Aufständischen in Libyen verbunden fühlte und heute für die Aufständischen in Syrien viel übrig hat, ist niemandem verborgen geblieben. Ganz anders erging es schiitischen Rebellen im Emirat Bahrain. Als dort im März 2011 Straßenproteste dem herrschenden Chalifa-Clan signalisierten, er solle seine absolute gegen eine konstitutionelle Monarchie tauschen, wurde der Aufstand erst durch Polizeigewalt, anschließend durch eine Panzerbrigade aus Saudi-Arabien erstickt. In Berlin schwieg man beredt. Die Begeisterung für den Arabischen Frühling musste der Sorge um regionale Stabilität weichen. Auch galt ein gewisses Loyalitätsgebot gegenüber dem saudischen Partner, von dessen zupackender Art man sich nur ungern irritieren lässt. Besonders dann nicht, wenn Waffengeschäfte erwogen werden – gelten sie nun dem gepanzerten Exportschlager "Leopard-2" oder wie im Augenblick dem Radpanzer "Boxer", mit dem der Königlichen Garde des islamistischen Staates mehr Schlagkraft verliehen werden könnte. Wo könnte die sich bemerkbar machen? Demnächst in Riad, falls sich dort eine anti-monarchische Opposition regt? Oder erneut in Bahrain, dessen Arabischer Frühling nicht ein für allemal vorbei sein muss? Selten wusste man in Deutschland besser, wer da wozu und weshalb beliefert werden könnte."

Fazit: Nicht wirklich neu und auch nicht überraschend, der gute Diktator ist der, der die Waffen von Deutschland und der USA kauft. Im Idealfall fällt noch ein wenig Öl für uns ab.

Jetzt dreht sich das Rad in Syrien weiter: Es wird behauptet, dass brutale Militäristen auf harmlose Demonstranten schießen, die ja nichts weiter als westliche Demokratie wollen. Es wird weiter behauptet, dass das syrische Regime die Türkei angreift, was unsagbar dämlich von Assad wäre. Assads Armee kommt mit seinen eigenen Rebellen nicht klar, aber sollen ein NATO-Mitglied angreifen wollen, was nach Artikel 5 den Bündnisfall auslösen würde, was Erdogan ja auch versucht hat zu erreichen. Kein klar denkender Mensch würde mit der NATO Krieg spielen, es sei denn die NATO fängt an. Der Diktator, der das versucht, könnte auch gleich die Bomben auf sein eigenes Land werfen. Und zu guter Letzt sind es jetzt die Chemischen Waffen. Mal sehen wann behauptet wird das Regime unter Assad habe C-Waffen gegen die Bevölkerung eingesetzt, und wann die ersten NATO-Flieger in der Luft sind um dem Volk zu „helfen“, was ja schon zuvor mehrmals super geklappt hat. Als nächstes dürfte dann wohl wider der Iran interessant werden, um den es ja ungewöhnlich still geworden ist.

Karikatur von Middle East Info

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